Carpe Noctem
Carpe Noctem  
  Home
  Kontakt
  Gästebuch
  Tinte & Papier
  Fanfictions
  One Shots
  => Dubia Sponsae
  => Hellfire
  => Flammea Pyra
  => Schwarze Grüße...
  Kunst
  Das Phantom der Oper
  Banner
  Collagen
  FF Titelbilder
  Videos
  Impressum
© by carpe--noctem.de.tl
Flammea Pyra

Flammea Pyra



------------------------------------

Fortsetzung von Hellfire

Langsam, wie eine Raubkatze, trat er auf seine Gefangene zu. „Hallo Ginny.“ raunte er leise, so dass nur sie es verstehen konnte.

Ein leises, schwaches Lächeln stahl sich auf ihre Züge. „Hallo Tom.“

 

 

-.-.-.-.-.-.-

 

 

Einen Moment lang zuckte etwas in seinem Gesicht, doch sofort kehrte seine Beherrschung zurück.

„Es ist lange her.“

Sie nickte soweit es ihr möglich war. Sie war geschwächt.  „Sehr lange. Sieben Jahre um genau zu sein. Du wolltest mich damals schon umbringen.“

„Ich erinnere mich.“

 

„Nun hast du es ja geschafft. Dieses mal kann mich niemand retten. Traurig nicht?“

Der Dunkle Lord ließ seinen Blick nach links schweifen, wo die Gefangenen langsam auf ihre Hinrichtung warteten. Ohne lange suchen zu müssen erkannte er das Gesicht von Dumbledores Goldjungen. 

Dieser starrte ihn mit hasserfülltem Blick an.

 

„Dein kleiner Freund scheint zornig zu sein.“ belustigt strich er Ginny mit einem seiner langen Finger über die Wange und registrierte zufrieden, wie Potter alle Farbe aus dem Gesicht wich.

Ginny hingegen erschauderte, als seine kalte Hand eine heiße Spur auf  ihrer Haut hinterließ.

Sie sog scharf Luft ein und musste für einen Moment die Augen schließen.

 

Tom war mit allen Wassern gewaschen, so viel stand fest. Er wollte Harry quälen. Ihr Freund würde als letztes an die Reihe kommen, so hatten es die Wachen gesagt. Er sollte den langsamen qualvollen Tod von jedem seiner Freunde mit ansehen müssen. Ron, Hermine, Lavender, Dean, Neville, Luna, Parvati, George…Alle, die den Angriff überlebt hatten.

 

Und sie war die erste. Warum wusste sie nicht. Vielleicht, weil Harry noch genau aufpassen würde, wie seine geliebte Freundin unter Schmerzen verbrennen würde.

Ginny hatte viel über den Feuertod auf dem Scheiterhaufen gelesen. Sehr viel. Zu viel, um es jetzt ertragen zu können. Sie wusste ganz genau, was sie erwarten würde.

 

Erst würde Rauch aufsteigen, dann würde es heiß werden. Der schwarze Qualm würde sie nach einiger Zeit bewusstlos werden lassen und dennoch würde sie spüren, wie die Flammen sie verschlingen würden. Erst würde der Stoff des sündhaft schönen, weißen Kleides Feuer fangen und dann…dann würde sie verbrennen.

 

Sie schluckte und wandte ihren Freunden einen Blick zu. Liebevoll lächelte sie Harry an. Dann wandte sie sich wieder ihrem Kerkermeister zu.

Angst spiegelte sich in ihren Augen wieder, auch wenn sie versuchte es geschickt zu vertuschen. Langsam wurden ihre Hände schwitzig und ihre Atem flacher.

 

Sie wandte ihren Blick Richtung Himmel. Langsam wurde es dunkel und bei Anbruch der Nacht würde sie brennen, so war sie sich sicher. Es gab kein Entkommen mehr. Nicht so wie damals in der Kammer des Schreckens, wo Harry sie gerettet hatte.

Gerettet vor ihm!

 

Ihm, den sie vergöttert hatte! Sie hatte ihn für einen Engel gehalten, der gekommen war um ihr in ihrer Not und Einsamkeit zu helfen. Sie hatte sich in ihren schwarzen Engel verliebt. Damals, als sie noch dumm gewesen war.

Sie war ein naives Mädchen gewesen und hatte sich brutal naiv in ihn verliebt. Sie hatte ihn niemals vergessen können, all die Jahre nicht.

 

Manchmal hatte sie gehofft, er wäre nur ein böser Traum gewesen. Manchmal hatte sie gewünscht, sie könnte sich vor seinem Gesicht verstecken, das sie verfolgte und manchmal hatte sie ihn einfach nur bei sich haben wollen. Ihn, der ihr ihren allerersten richtigen Kuss geschenkt hatte.

Als sie vierzehn war, hatte sie ihn sogar suchen wollen, nachdem sie von seiner Rückkehr gehört hatte.

 

‚Alles Unsinn!‘ fuhr sie sich selbst an und sah dem Unnennbaren ins Gesicht.

Jetzt war es soweit. Sie würde sterben. Brennen, wie es sich für eine Hexe gehörte. Verzweifelt versuchte sie die Tränen zurück zu halten. Sie würde sich nicht die Blöße geben und um Gnade bitten.

Der Dunkle Lord beugte sich zu ihr.

 

„Noch kannst du deinem Schicksal entgehen, Ginny.“ sagte er leise. Ihre Augen weiteten sich überrascht. Was meinte er? Wieso sollte er sie verschonen wollen?

„Wie?“ flüsterte sie. Zufrieden sah er, wie ein letztes, klägliches Bisschen Hoffnung in ihren Augen aufblitzte. Er hatte sie fast.

„Du bist schön, Ginny. Das warst du schon immer.“ bewusst wiederholte er ihren Namen, um ihr das Gefühl einer gewissen Wertstellung zu geben.

 

„Ich verstehe nicht.“ verwirrt sah sie ihn an. Das für ihn so typisch kalt-arrogante Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Das Lächeln, was sie früher nur so dahin schmelzen ließ.

„Du kannst wählen, Ginny. Wähle mich…oder Feuer.“ Er hielt ihr die brennende Fackel unter die Nase.

Sie starrte ihn an und versuchte eine Antwort zu geben, doch zunächst kam kein Ton aus ihrem Mund.

 

„Was soll das heißen?“ fragte sie verständnislos. Ängstlich wich sie näher an den Pfahl, an dem sie festgebunden war.

„Ich kann dich vor dem Feuer bewahren. Du musst nur eine Entscheidung treffen, Ginny. Wähle mich. Sei Mein oder brenne.“ flüsterte er und strich mit der Hand über  ihren schlanken Körper.

Plötzlich ergaben seine Worte einen Sinn.

 

„Niemals! Ich werde nicht deine Hure!“ schrie sie und spuckte ihm vor die Füße. Der Klang seiner Ohrfeige hallte noch einige Momente nach.

„Dann sei es so. Brenn, Ginny, brenn.“ mit diesen Worten warf er die Fackel auf das Stroh. Sofort fingen die goldenen Halme Feuer. „An meiner Seite hättest du die Zukunft einer Königin gehabt.“

 

Der Dunkle Lord trat zurück und sah sie noch einmal an bevor er den Scheiterhaufen verließ und auf seinen Thron aus Marmor Platz nahm.

Ginny begann zu Husten. Sie hörte ihren Namen, Harrys Stimme, die ihrer Brüder, Hermines. Sie wandte den allerletzen Blick zu Harry und formte mit den Lippen einen Satz durch den aufsteigenden Rauch. ‚Ich liebe dich‘.

 

Dann sah in Tom Riddles Richtung. Was sie sah überraschte sie jedoch so, dass sie einen winzigen Moment die Flammen, die sich ihrem Saum näherten vergaß.

Er sah nicht hin. Sein Gesicht wirkte vor Kummer verzogen, das konnte sie selbst durch seine Handflächen erkennen. Es schien fast so, als würde er leiden.

 

Ein allerletztes Lächeln huschte über ihr Gesicht als sie ihren Kopf zum Nachthimmel wandte um einen qualvollen Schmerzensschrei aus zu stoßen, als das Feuer ihre Haut berührte.

 

 

ENDE…

 

 Flammea Pyra --> (lat.) Brennender Scheiterhaufen

     http://www.fanfiktion.de/s/4a2d29d6000086fe067007d0/2



Carpe Noctem  
  Es ist traurig eine Ausnahme zu sein


aber noch viel trauriger
keine zu sein
 
Werbung  
   
Heute waren schon 1 Besucher (5 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=